Beispiele

– Österreich –

„art18“
Im Rahmen des von art18 – vernetzte Kunst Währing veranstalteten KUNST.FEST.WÄHRING 2017 fand in den Räumen des leerstehenden Geschäftslokals in der Währingerstraße 166 gleich zwei Zwischennutzungsprojekte statt. Von 22. bis 23. April 2017 haben die KünstlerInnen Ernst Bachinger, Judith Grosser, Gini Neumüller, Anna Rakos und Günther Rhoosn im Zuge des artwalk18 in einer Gruppenausstellung ihre Werke präsentiert. Am 5. und 6. Mai 2017 sind die Räumlichkeiten vom Theaterimprovisationsensemble „Dasselbe in Grün“ und dem Künstler Stefan Berger mit einer 24 Stunden live Performance bespielt worden. Der bildende Künstler hinterfragte mithilfe skulpturaler Mittel das menschliche Wesen und seine sozialen Fähigkeiten. Aufgrund des Erfolgs wird das Lokal art18 für weitere Zwischennutzungen zur Verfügung gestellt.

www.art18.at

facebook.com/art18.at/

art18@art18.at

„das weisse haus“
das weisse haus ist ein Kunstverein, Ausstellungshaus und eine Non-Profit Organisation zur Präsentation und Förderung junger Kunst – und zwar an Orten, die ursprünglich nicht für diesen Zweck geschaffen worden sind. Der 2007 von Alexandra Grausam und Elsy Lahner gegründete Verein bietet jungen KünstlerInnen neben der Ausstellung ihrer Arbeiten eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, ein breites internationales Netzwerk sowie eine vielfältige Vermittlung in KünstlerInnengesprächen, Lectures, Videointerviews, Begleittexten und einem Kinderprogramm.

Die Besiedlung und Nutzung leer stehender Räumlichkeiten sowie der damit verbundene häufige Wechsel des Standortes des Vereins zeugen nicht nur von dessen Flexibilität und Offenheit, sondern eröffnen auch die Möglichkeit, mit den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zu experimentieren und ortsspezifische Konzepte zu entwickeln. Das weisse haus bietet nationalen und internationalen KünstlerInnen aus den unterschiedlichen Bereichen bildende Kunst, Fotografie, Video- und Medienkunst vier verschiedene Präsentationsformen:

Ausstellungen
Im Rahmen von Einzel- und Gruppenausstellungen erhalten die KünstlerInnen die Möglichkeit einer Präsentation ihrer Werke. Welcher Bereich und wie viel Ausstellungsfläche dabei genutzt wird, kann von den ausstellenden KünstlerInnen mitentschieden werden. Somit wird die Raumsituation auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und die gezeigten Arbeiten abgestimmt.

Projekträume (an den Standorten Westbahnstraße und Wollzeile)
Das Konzept der Projekträume ist zwischen klassischer Ausstellung und Ateliersituation angesiedelt. Ausgewählte KünstlerInnen haben über den Zeitraum von ca. drei Monaten die Möglichkeit verschiedene Arbeiten aus ihrem Gesamtwerk zu präsentieren und Arbeiten zu zeigen, die sich im Laufe der Zeit verändern, weiterentwickeln oder auf die Gegebenheiten des Raumes eingehen.

Satelliten
Satelliten sind leerstehende Räumlichkeiten oder Bereiche im Freien, die KünstlerInnen temporär zur Verfügung gestellt werden, um sich mit den dortigen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Andererseits nutzt das weisse haus die Möglichkeit von Satelliten für die Realisierung bestimmter Projekte, beispielsweise für Gruppenausstellungen außerhalb Wiens oder raumbezogene Gruppenausstellungen.

Extras
Mit einigen KünstlerInnen werden spezielle Interventionen, Präsentationen und Installationen erarbeitet. Die räumlichen Gegebenheiten der unterschiedlichen Standorte liefern dafür immer wieder spannende Herausforderungen.

www.dasweissehaus.at

facebook.com/dasweissehaus

buero@dasweissehaus.at

Die CREAU
kurz für „Creative Au“ – ist ein Projekt in Kooperation mit verschiedensten KulturveranstalterInnen. Auf einem Teilgelände der Stallungen der Trabrennbahn Krieau bietet das weitläufige Areal drinnen wie draußen viel Platz für Design, Musik, Kunst und Kulturevents. Bis Ende September 2018 wird das 1 Hektar große Gelände abwechslungsreich bespielt.

Weiterführende Infos auf der Homepage: www.creau.at

„Die Schule von Kyiv“
„Die Schule von Kyiv“ war ein Kooperationsprojekt mit der Kyiv Biennale 2015, das darauf abzielte, die gegenseitigen Projektionen (von Kiew auf Europa und von Wien auf die Ukraine) in Frage zu stellen und stattdessen auf translokale Konditionen und Konstellationen hinzuweisen, welche die beiden Städte teilen. „The School of Kyiv – Department Vienna“ präsentierte von 03. bis 29. Mai 2016 die Ausstellungen „The School of the Devil“ und „The School of the Lonesome“ an zahlreichen Standorten im 16. Bezirk Wiens, u.a. Sandleitenhof, Altes Museum, Gomperzgasse 1-3 und Altes Kino, Liebknechtgasse 32. Das Projekt stetzte auf die katalytische Kraft der Gegenwartskunst, bezieht aber gleichberechtigt Formen des migrantischen, asylantischen, queeren und freundschaftlichen Wissens mit ein. Es platzierte sich demnach sowohl an Kunstorten, als auch an Orten des Alltags von MigrantInnen. Das Projekt wurde von Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer kuratiert.

www.theschoolofkyiv.org

facebook.com/The-School-of-Kyiv-1814502012109186

info@theschoolofkyiv.org

hinterhof:lab “Snapshot Variations“
In den Räumlichkeiten des hinterhof:lab, Neubaugasse 25, 1070 Wien, zeigte die Ausstellung (Snapshot Variations) Aufnahme & Umformung von 12. Mai bis 18. Mai 2017 großformatige Leinwandarbeiten der österreichischen Künstlerin Esther Messner und des kolumbianisch-mexikanischen Künstlers Stinkfish. Beide beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Porträt und verwenden dabei fotografisches Material als Ausgangspunkt, das jedoch eine starke Umformung im künstlerischen Prozess erfährt. Aufnahme & Umformung beleuchtete diesen Wandlungsprozess und zeigte an Hand der ausgestellten Werke das Resultat von zwei sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen.

www.hinterhoflab.artphalanx.at/

www.facebook.com/artphalanx

hinterhof_lab@artphalanx.at

KULTUR UM DEN WIENER HAUPTBAHNHOF

Im Auftrag der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH ist es Gegenstand der Studie Kultur um den Wiener Hauptbahnhof, Kunst und Kultur, Gemeinwesen, einzigartige Ökonomien, sowie Sozial- und Bildungseinrichtungen mit Potential zu verorten und damit vor allem auch Ausbaupotentiale für das Projektgebiet darzustellen. Es wird eine umfassende Bestandsanalyse in den genannten Bereichen geboten und somit ein Ausblick gegeben, in welche Richtung mögliche Entwicklungsansätze rund um den Hauptbahnhof in Zukunft gehen könnten.

Das Projektgebiet liegt hauptsächlich im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten, großräumig um den Hauptbahnhof. Es umfasst sowohl das Quartier Belvedere, Arsenal, Sonnwendviertel, Gellertviertel, Triesterviertel, als auch die „südliche Nachbarschaft“ und das aktuelle Entwicklungsgebiet Laxenburger Straße/Landgutgasse.

„ImGrätzl.at“
Im Grätzl ist die erste stadtteilsegmentierte Plattform (vorerst) für Wien, mit dem Ziel grätzlansässige Anbieter, Kreative und Aktive im Stadtteil zu unterstützen und sichtbar zu machen, lokale Wirtschaftskreisläufe und das soziale Miteinander zu stärken und zur Stadtteilbelebung beizutragen.

Unter dem Motto „Alles Gute ums Eck“ sehen BewohnerInnen auf der Homepage auf einen Blick, was bei ihnen im Stadtteil Tolles geboten wird – Die Grätzlpreneure wiederum bekommen auf imGrätzl.at kostenlose Werkzeuge & Tools in die Hand, um sich in ihrem Stadtteil bei den Bewohnerinnen zu präsentieren und miteinander zu vernetzen.

ImGrätzl.at informiert über Events und Aktionen, die im jeweiligen Stadtteil geplant sind, darüber, welche lokalen Geschäfte, Kreative, Initiativen und andere GrätzlbeleberInnen es dort gibt und was diese anbieten. Es sind hier auch Rabattaktionen, Gutscheine und ganz besondere Angebote der Anbieter ums Eck zu finden.

Es kann jedoch auch jeder Einzelne dazu beitragen, das Miteinander und die Belebung seines Stadtteils zu fördern, indem er seine Ideen veröffentlicht.

Das imGrätzl Team veranstaltet auch regelmäßig lokale Vernetzungstreffen in den Bezirken, um die Leute miteinander zu verbinden und eventuell Kooperationen anzubahnen.

www.imgraetzl.at

wir@imgraetzl.at

„Kulturnetz Hernals/ Shizzle“

Die gemeinnützige Non Profit Kulturvermittlungsvereinigung Shizzle – Kunst und Kultur und das Kulturnetz Hernals belebten im Juni neben zwei weiteren Objekten ein leerstehendes ehemaliges Photostudio in der Hernalser Hauptstraße 37. Im Rahmen des Kulturnetz Festivals „Kettenreaktion“ verwandelten sich die Räumlichkeiten in ein temporäres Kulturzentrum für zeitgenössische Kunst „Schüssel, Die“.

Ebenfalls wurden von Kulturnetz Hernals und Shizzle im Rahmen des Festivals leerstehende Büroräumlichkeiten in der Jörgerstraße 25, 1170 Wien bespielt und eine Schaufensterauslage eines alten Schuhgeschäfts in der Kalvarienberggasse 26/Geblergasse 57,1170 Wien unter dem Thema “Collagen” gestaltet. (noch zu sehen bis 22. Juli 2017)

Anschließend wird das Schaufenster unter der Kuration von Shizzle – Kunst und Kultur neu bestückt.

www.shizzle-kultur.at , www.kulturnetz-hernals.at

facebook.com/Shizzle-Kunst-Kultur , facebook.com/plattformKNH

info@shizzle-kultur.at , info@kulturnetz-hernals.at

„Kunstschule Wien“
Die Wiener Kunstschule, gegründet im Jahr 1957 von Gerda Matejka-Felden, schafft als Kunstschule Wien den Relaunch mit einer Expositur in Sandleiten. Ottakring wird zum künstlerischen Laboratorium und zur Inspiration für spannenden Unterricht und tolle Studierendenprojekte. Mit der Ausstellung „Erst kommt das Fressen…dann kommt die Moral“ präsentierten Studierende von 4. bis 18. Juni 2016 ihre Werke im Rahmen des Festivals SOHO in Ottakring im Alten Museum (Gomperzgasse 1-3) in 1160 Wien.

Im Sommer 2016 präsentierte das International Summer Institute in denselben Räumlichkeiten „Der Stadtraum als Labor: Die Multiperspektive der ART-GANGS“.

www.kunstschule.wien

facebook.com/wiener.kunstschule

office@kunstschule.wien

Neu Marx „Future Lab“
Die 40.000 m2 große Fläche Karl-Farkas-Gasse 1, unmittelbar neben der Marx Halle gelegen, ist zur Zeit eine Leerfläche. Diese Liegenschaft steht im Eigentum der WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding. Die WSE ist federführend an der weiteren Entwicklung des Standortes Neu Marx tätig, der für die Branchenschwerpunkte Medien, Forschung, Kreativwirtschaft und Technologie steht. Mit dem Prozess „Neu Marx gemeinsam gestalten“ werden momentan städtebauliche Planungen vertieft, mit Bezug zur Karl-Farkas-Gasse 1 sowie angepassten Nutzungen der Marx Halle. Bis die darausfolgende Flächenumwidmung abgeschlossen ist, werden die 40.000 m2 für diverse Aktivitäten kurz- bzw. mittelfristig (auf 2 bis 3 Jahre) genutzt, mit dem Ziel, die Belebung des Standortes zu forcieren.

Zurzeit werden verschiedene Aktivitäten umgesetzt:

Das Mobile Stadtlabor in OPENmarx: Auf Initiative des future.labs und Design Build Studio der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien wird das Mobile Stadtlabor, diskursiver Veranstaltungsort, um eine Werkstatt und eine Gemeinschaftsküche – von Studierenden geplant und gebaut – erweitert. OPENmarx stellt Themen wie Wissenstransfer, Integration und Gemeinschaft in den Fokus des Vorhabens. Hier haben die Kreativen Räume Wien von Mai 2016 bis November 2016 ihr Büro gehabt.

Andere Projekte sind das Urban Gardening Projekt „Neu Marx Garten“, der Kunstrasen ASKÖ Sport Platz Neu Marx, die Neu Marx Urban Kitchen, der DIY Skatepark und das Kunstprojekt Golif, eine Bodenbemalung „Der Beobachter“ auf 30.000m2 die ein kontrastreiches Gesicht in schwarz weiß zeigt. Dazu wurden 5 Tonnen umweltfreundliches Reinacrylat mit Farbrollen und Farbsprühgeräten vom Künstler Golif aufgebracht.

www.neumarx.at

facebook.com/NeuMarx/

ursula.eripek@wse.at

„Paradocks/ Das Packhaus”
Der Verein Paradocks ist 2013 von der niederländischen Stadtgeografin Deerenberg gegründet worden, um Zwischennutzungsprojekte umzusetzen. „Das Packhaus“, ein zu Teilen über 8 Jahre leerstehendes Gebäude in der Marxergasse 24, 1030 Wien, ist zum Modellprojekt geworden. Paradocks bringt hier temporär Kleinunternehmen, in erster Linie aus der Kreativwirtschaft, zusammen und schafft Raum für Ideen, Inspiration und Vernetzung.

Auf 4200m2 sind verteilt auf 10 Stockwerke 92 individuelle Arbeitsräume entstanden in denen über 300 Menschen/84 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen Platz gefunden haben. Es haben sich schnell bereits nach Einzug der ersten Nutzer fruchtbare Kooperationen ergeben; die Zusammenarbeit soll intensiviert, Ressourcen geteilt und Synergien genutzt werden. „Bridging potentials“ heißt der Paradocks-Leitspruch. Wie viel Kontakt die Nutzer untereinander haben wollen, bestimmen sie jedoch selbst.

„Das Packhaus“ bietet Raum für Geburtstage und Feiern, Ausstellungen, Bewegung (hier werden Yoga und Aikido Kurse geboten), Pop Ups, Büros, Meetings, Workshops, Präsentationen und Flex-desks. Zudem gibt es einen Gemeinschaftsgarten, ein Café, einen „napping room“, eine Fahrradwerkstatt und mehrere kleine Räume im Erdgeschoß, die als Allgemeingut konzipiert sind.

www.daspackhaus.at

facebook.com/daspackhaus

info@daspackhaus.at

„Salat Piraten“
Die Salat Piraten sind ein Verein zur Förderung urbaner Landwirtschaft im städtischen Raum. Das erste Projekt ist der Gemeinschaftsgarten Kirchengasse 46, 1070 Wien. Der Verein wurde im Herbst 2012 gegründet, der Garten in der Kirchengasse wurde seit Anfang 2013 aufgebaut. Für die bisher öffentliche Fläche wurden den Salat Piraten von der Stadt Wien die Nutzungsrechte übertragen. Der Verein hat das Ziel, Landwirtschaft in einen der inneren Bezirke Wiens zu bringen und BewohnerInnen für das Konzept des „urbanen gardening“ zu begeistern. Es geht ums Gärtnern an sich, aber auch um Stadtgestaltung und darum, Leute zusammenzubringen. Mitglieder des Vereins sind Anrainer und Interessierte, Gartenkundige und Neulinge, aus verschiedenen Berufen und verschiedenen Alters.

www.salatpiraten.org

www.facebook.com/salatpiraten

post@salatpiraten.org

„Urbanize! 2016“
Von 12. bis 16. Oktober 2016 findet im Gschwandner (Geblergasse 36-40) in 1170 Wien das „Urbanize! 2016“ Festival statt. Unter dem Motto »Housing the Many – Stadt der Vielen« rückt die Skalierbarkeit der vielfältigen Erfahrungen aus Projekten und Initiativen urbaner Selbstorganisation in den Fokus und beleuchtet ihr Potenzial für eine Stadtentwicklung durch, mit und für Bewohnerinnen und Bewohner. Mit Vorträgen und Diskussionen, Workshops und Case Studies, künstlerischen Interventionen, Filmen und Stadterkundungen lädt urbanize! gemeinsam mit der Planbude zur Erkundung von Strategien, Mustern und Modellen einer selbstbestimmten Ko-Produktion von Stadt erstmals nach Hamburg und Wien.

www.urbanize.at

facebook.com/derivemagazin

mail@urbanize.at

„Wiener Künstlerhaus“.
Im Rahmen der Generalsanierung des Wiener Künstlerhauses am Karlsplatz von 2016 bis 2018 wurde für die Dauer der Renovierungsarbeiten nach einer adäquaten Zwischenlösung gesucht. Gemeinsam mit der MA18, der Projektkoordination für Mehrfachnutzung, haben KREATIVE RÄUME WIEN mit der Immobilie der S IMMO AG in der Siebenbrunnengasse 19-21, 1050 Wien, einen passenden Standort gefunden. Hier stehen dem Künstlerhaus nunmehr Räumlichkeiten im Bauteil D zur Verfügung. Am 13. Oktober 2016 findet die Eröffnung des neuen Standortes statt.

www.k-haus.at

facebook.com/kuenstlerhauswien

wille@k-haus.at

„ZOOM Dezentral“
Von 1. bis 19. August 2016 fand das Projekt „ZOOM Dezentral“ des ZOOM Kindermuseums im Sandleitenhof, in 1160 Wien, statt. Durch die Nutzung leerstehender Räumlichkeiten sind u.a. ZOOMPOPUPS entstanden, die als ZOOM Ateliers genutzt wurden. Hier wurden unter der Woche Workshops für Schulklassen und Kindergartengruppen geboten, am Wochenende standen die Ateliers allen Familien und Kindern offen. Die Idee hinter dem Projekt: niederschwellige kulturelle Programme erhalten vermehrt Einzug in die Randbezirke Wiens, direkt zu Kindern und Jugendlichen, welche die Angebote von Kultureinrichtungen in den inneren Stadtbezirken wenig wahrnehmen.

www.kindermuseum.at

facebook.com/ZOOM.Kindermuseum.Wien

office@kindermuseum.at

– International –

Amsterdam „NDSM Werft North”
Amsterdam als historisch gewachsene Hafen- und Handelsmetropole ist heute zur Kreativ-Dienstleistungs Metropole geworden. Die De-Industrialisierung und Verlagerung des Hafens haben zahlreiche Brachen und leerstehende Areale hinterlassen. Auch der New Economy Boom und die Baueuphorie in den 1990er Jahren haben große Leerstandsprobleme in Bürogebäuden zur Folge gehabt.

In den Niederlanden fällt eine Wohnung, die länger als 12 Monate nicht bewohnt beziehungsweise ein Gebäude, das mindestens zu 50% nicht genutzt wird, unter den Begriff Leerstand. In Amsterdam stehen (Stand 2011) 17% aller Büroflächen leer. Des Weiteren sind Industriekomplexe, Betriebsräume und Schulgebäude vom Leerstand betroffen; auf dem Wohnungsmarkt sind 4% Leerstand zu verzeichnen.

Um gegen die Leerstandsproblematik vorzugehen, bilden sich in Amsterdam Initiativen, die einen zeitlich begrenzten Gebrauch von Raum organisieren: Accommodatie Team Amsterdam (ATA).

Es entstehen jedoch auch private Zwischennutzungsagenturen („antikraak“), die in Kooperation mit EigentümerInnen entstanden sind. Private Vermittler wie „Camelot“ vermitteln die Liegschaften an Zwischennutzer, jedoch können potenzielle KäuferInnen diese jederzeit ansehen.

Für Kulturschaffende ist das Bureau Broedplaatsen (BBp) Hauptvermittlungsstelle. Amsterdam hat die Wichtigkeit von Verfügbarkeit von Raum für Kunst- und Kulturschaffende für die Entwicklung eines kreativen Milieus früh erkannt. Es entstand eine enge Verschränkung zwischen den Begriffen Leerstand-Subkultur-Kulturindustrie. Um Amsterdam als kreative Stadt zu fördern, erachtet die Gemeinde es als notwendig, günstige Ateliers und Wohnräume für Kunstschaffende, sogenannte Brutplatzgruppen, bereitzustellen und so den Zustrom junger Kreativer zu fördern. In diesem Zusammenhang werden durch das BBp jährlich Arbeitspläne erstellt, die die Zielsetzungen konkretisieren: Schaffung neuer Arbeitsplätze für hauptberufliche Künstler und Künstlerinnen, strukturelle Etablierung der Brutplätze durch Langzeitmietverträge sowie Identifikation von mindestens fünf Gebäuden pro Jahr in Amsterdam, die sich als Arbeits- und Wohnräume eignen.

Das erste vom Brutplatzprogramm geförderte Projekt ist die NDSM-Werft North. Es wurde von Kunst- und Kulturschaffenden initiiert, die von den Räumungen Ende der 1990er Jahre betroffen waren. Sie bildeten das Kollektiv „kinetisch Noord“ und erarbeiteten gemeinsam einen Plan für die Revitalisierung der 20.000m2 großen ehemaligen Hafenanlage aus. Es wurde ein selbstverwaltetes Kunst- und Kulturareal geplant. Studios, Ateliers, Theaterräume, Skatepark, Restaurants und Seminarräume werden von rund 250 KünstlerInnen organisiert und sind für Besucher und Besucherinnen offen zugänglich. Das Projekt ist mittlerweile für die gesamte städtische Kulturökonomie ein wichtiger Faktor geworden.

Basel „nt*/areal”
Mit seiner Lage direkt am Dreiländerdreieck und am Rhein ist Basel ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und dynamischste Wirtschaftsregion der Schweiz. Vor allem in den letzten Jahren jedoch kämpft die ehemalige Industriestadt verstärkt mit brachliegenden Industrie-, Hafen- und Bahnhofsflächen. Basel hat den größten Industriebrachflächenanteil gemessen an Baugebietsflächen in der Schweiz. Im Bereich des Wohnungsmarktes ist die Leerstandsquote hingegen niedrig.

Die Stadt ist sehr bemüht, temporäre Nutzungen departmentübergreifend in der Stadtverwaltung zu verankern. Beispielhaft dafür ist die Zwischennutzungsagentur „unterdessen“, sie stellt den Anspruch, zwischen EigentümerInnen und NutzerInnen zu vermitteln und zu aktivieren. Ziel ist die Kooperation zwischen verschiedenen Bewilligungs- und anderen involvierten Verwaltungsinstanzen. Zwischennutzung wird als strategisches Stadtteilentwicklungskonzept und Aufwertungsprozess gesehen. Es werden regelmäßig Zahlen zum Leerstand erhoben und online öffentlich zugänglich gemacht, was einen breiten Diskurs zur Thematik möglich macht.

Als einer der dichtest besiedelten Standorte Europas ist Basel seit den 80er Jahren mit der Forderung nach neuen Räumen der Selbstverwirklichung und Stadtproduktion konfrontiert. Es wurde der Verein b.e.i.r.a.t ins Leben gerufen, der Räume für Zwischennutzungen suchte, sicherte und betreute. Im Jahr 2000 entstand eines der bekanntesten Zwischennutzungsprojekte, das nt*/areal.

Mitte der 1990er wurde das Güterbahnhofsareal der Deutschen Bahn aufgelassen, also beschloss die Stadt auf dem 18ha großen Areal einen neuen Stadtteil mit Wohn-, Gewerbe- und großzügigen Grünflächen zu errichten. Eine 1999 veröffentlichte Studie von Matthias Bürgin und Philipe Cabane, mit dem Titel „Akupunktur Basel. Zwischennutzung als Standortaufwertung“ verfolgte die Strategie der Brache durch eine Zwischennutzung frühzeitig eine urbane Identität zu geben, um wiederum Impulse für eine positive Quartiersentwicklung zu schaffen. Von Anfang an wurde die Zwischennutzung als Aufwertungsstrategie gesehen. Das riesige Areal wurde durch Performances und Installationen bespielt und frei zugänglich gemacht. Die Planung zielte klar auf die obere Mittelschicht ab und wurde somit nicht in Beziehung zum sozial und ökonomisch benachteiligten Viertel konzipiert.

Das Projekt des nt*/areals hat maßgebend zum Diskurs rund um Zwischennutzung in Basel beigetragen und hat als erfolgreiches Bottom-up Modell den Umgang mit Leerstand entscheidend geprägt.

Berlin “ExRotaprint”
Aufgrund ihrer Geschichte sind seit dem Mauerfall erhebliche Raumressourcen in der deutschen Hauptstadt vorhanden. Die Transformationsprozesse der politischen Wende haben in Teilen zu einem stadtstrukturellen Leerstand bedingt durch massiven Erneuerungsbedarf der Altbauquartiere, Baulücken in der Innenstadt, aufgegebene Bahn- und Industriegelände sowie Brachen auf dem ehemaligen Mauerstreifen, geführt. Falsche Bevölkerungs- und Wirtschaftsprognosen führten zu einem massiven Wohnraum- und Gewerbeleerstand. Zusätzlich tragen Leerstände in ungünstigen Stadtlagen und abgewerteten innerstädtischen Bezirken zu einer diversen Leerstandsproblematik bei, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Erst innerhalb der letzten Jahre begann in Berlin die gesteuerte und strategische Aktivierung von Leerstand – einerseits aufgrund der Verknappung des Raumangebots, andererseits durch gezielte Quartiersentwicklungsprogramme. Der Bedarf an günstigem Raum in der Metropole ist groß. Es existiert seit der politischen Wende eine heute noch aktive Besetzerszene, die Anspruch auf (Frei-)Raum stellt und zahlreiche junge kreative Menschen, die nur geringe finanzielle Mittel aufbringen können, strömen in die Stadt auf der Suche nach Raum für die Umsetzung ihrer Ideen und Projekte. Darüber hinaus ist Berlin eine Stadt mit großem Anteil an migrantischer Bevölkerung, von denen viele die Möglichkeit eines selbstständigen Einzelhandels wählen und potenzielle Raumsuchende darstellen.

Berlin weckt seit jeher die Assoziation eines Möglichkeits- und Probierraums. Clubs auf ehemaligen Fabrikgeländen, Ausstellungsflächen in leerstehenden Lokalen und urbane Gärten anstelle von Brachen; bis heute zehrt das kreative Image der Stadt von den zahlreichen Freiräumen und alternativen Leerstands- und Freiflächennutzungsmodellen. Die für die alternative Szene vorteilhafte Ausgangsposition des Raumüberschusses relativiert sich jedoch immer mehr und Leerstände rücken immer mehr ins Visier der Immobilienhändler.

2004 wurde die Zwischennutzungsagentur Coopolis von der Stadtplanerin Stefanie Raab gegründet. Arbeitsmotto ist, wie der Name der Agentur ahnen lässt, „Stadtentwicklung durch Kooperation“. Die Agentur widmet sich gezielt solchen Gebieten, die aufgrund ihrer sozio-strukturellen Zusammensetzung als Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf deklariert wurden. Ziel ist die Reaktivierung der leerstehenden Flächen und eine unmittelbare positive Auswirkung auf das Quartier und die Lebensqualität seiner Bewohner.

Ein weiteres Projekt der Agentur war der Aufbau eines Kreativnetzwerks in Neukölln für die Schaffung von Synergien unter den Kulturschaffenden. Das Netzwerk besteht aus 120 in der Kreativwirtschaft tätigen Unternehmen und fördert das kollaborative Arbeiten und das Erschließen neuer Kundenkreise und Märkte durch überregionale Netzwerke.

Auf dem 10.000m2 großen ehemaligen Produktionsgelände der Druckmaschinenfabrik Rotaprint im Berliner Stadtteil Wedding befindet sich die Mietergemeinschaft ExRotaprint. Die Künstlerin Daniela Brahm und der Künstler Les Schliesser, vorerst MieterInnen des Geländes, übernahmen das Areal und gründeten den Verein ExRotaprint als Interessensvertretung der Mietergemeinschaft. Ziel war die heterogene und nachbarschaftsverträgliche Standortnutzung sowie der Erhalt des denkmalgeschützten 50er Jahre Baus. Die heterogene Nutzung wird durch die Einteilung der Flächen in Arbeit, Kunst und Soziales gewährleistet. Besonders durch soziale Einrichtungen wie eine Arbeitsloseninitiative, Deutschsprachkurse für MigrantInnen oder Friedensdorf International wird eine hohe Wirkung auf die Nachbarschaft des sozial schwachen Bezirks ausgeübt. Mit den Mieteinnahmen werden die Bau- und Sanierungskosten bezahlt sowie künstlerische und kulturelle Projekte gefördert.

Bremen “ZZZ”
Die ZZZ ZwischenZeitZentrale nimmt als Vermittlungsagentur neben Quartiersmanagements, Stadtteilinitiativen und Stadtentwicklungsbüros einen hohen Stellenwert im Leerstandsmanagement Bremens ein. Die Agentur ist seit 2009 aktiv und wird von Oliver Hasemann und Daniel Schnier (AAA Autonomes Architektur Atelier) in Kooperation mit Sarah Oßwald aus Berlin und Michael Ziehl aus Hamburg geführt.

ZZZ möchte Leerstand als Möglichkeitsraum verstanden wissen und legt den Fokus dezidiert auf Zwischennutzungen, die primär an künstlerische und kreative bis kulturelle Gruppen, Gewerbetreibende der creative industries, soziale Stadtteilarbeit, soziale Initiativen, migrantische Gruppen sowie Jugendliche vermittelt werden. Es soll ein sozialer Mehrwert generiert werden und Projekte mit nachhaltigem Anspruch enstehen.

Die ZZZ zielt vor allem auf das Schaffen von Anreizen durch Best practice Beispiele von Zwischennutzungen ab und darauf eine gesteigerte Öffentlichkeitswirksamkeit des Objekts zu generieren. Durch mediale Berichterstattung und immer mehr erfolgreiche Projekte kann der Kontakt zu privaten ImmobilienbesitzerInnen aufgebessert werden.

Als Bottom Up Initiative steht ZZZ im engen Austausch mit den städtischen Verwaltungen und fungiert als Schnittstelle in der Kommunikation zwischen diesen und potenziellen NutzerInnen.

Unter dem Titel Bremen 2020 wird vom Senat für Umwelt, Bau und Verkehr ausgehend ein Leitplan unter dem Motto „Bremen 20 – komm nach morgen“ entwickelt. Es handelt sich um einen Stadtentwicklungsplan, der Bremen als Wirtschafts- und Wissensstandort stärken soll. Neben anderen führt das Gewerbeentwicklungsprogramm 2020 das von der ZZZ vermittelte Projekt „Plantage“ als Best practice Beispiel an. Zukünftig sollen mehr Orte nach diesem Vorbild urbaner, also dienstleistungsorientierter, genutzt und entwickelt werden.

Hamburg „GÄNGEVIERTEL”

Am 26.10.2009 ist der gemeinnützige Verein „Verein Gängeviertel e.V.“ von 10 Mitgliedern der Initiative „Komm in die Gänge“ gegründet worden, um für die langfristige Entwicklung des Viertels der Bewegung eine verantwortungsvolle juristische Organisation beiseite zu stellen. Ziele des Vereins sind die Förderung der Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sowie Aufgaben im Bereich der Bildung. Im April 2010 ist der Stadt Hamburg ein Nutzungs- und Sanierungskonzept überreicht worden.

Das Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt, dessen denkmalwürdigen Häuser viele Jahre lang verfallen sind, während direkt daneben Büro- und Wohntürme gewachsen sind, sollte zu einem Raum werden, in dem Neues entstehen kann. Mit Kunst, Kultur, Gesprächen und sozialen Projekten, sollte in Ateliers und Wohnungen den Räumen wieder Leben eingehaucht werden.

Der Verein, bestehend aus mehr als 200 Menschen, organisiert hier ein lebendiges Programm an Ausstellungen, Konzerten, Parties, Lesungen und Diskussionen, stellt Räume bereit und versteht sich als Plattform und Begegnungsort für Diskurse zu Stadtentwicklung, Kunst, Kultur, Politik und Gesellschaft.

Das Gängeviertel soll ein Freiraum sein für alle. Unter den Slogans „Wir sind die Stadt, denn: Die Stadt sind wir alle.“ Und „Kommt in die Gänge“ ruft der Verein zur aktiven Teilnahme an einem selbstverwalteten und offenen Gängeviertel auf.

Hamburg „PlanBude”
PlanBude ist 2014 aus einer unabhängigen Stadtteilversammlung „St. Pauli selber machen“ im Ballsaal des FC St. Pauli heraus gegründet worden, um die Wunschproduktion für die neuen Esso-Häuser zu organisieren und damit einen neuen Ansatz zu entwickeln, wie Stadt anders geplant und gebaut werden kann oder muss. Der Stadtteil sollte an der Neuplanung der Esso-Häuser beteiligt werden.

Jetzt arbeitet die PlanBude im Auftrag des bezirklichen Baudezernats. Das 6-köpfige Team kommt aus den Feldern der Kunst, Architektur, Urbanistik, Sozialen Arbeit, Musik und Kulturwissenschaft und lebt zum Großteil auf St. Pauli.

In einem einzigartigen Planungsprozess öffnete die PlanBude ihre Türen direkt am Bauplatz, im Herzen St. Paulis, direkt an Reeperbahn und Spielbudenplatz. Der ergebnisoffene Planungsprozess startete im Oktober 2014. Der Bezirk Hamburg-Mitte beauftragte die PlanBude damit, die Beteiligung an der Neubebauung des Esso-Häuser-Areals im Hamburger Stadtteil St. Pauli zu organisieren. Begleitet wird das gesamte Planungsverfahren bis zur Fertigstellung durch den Projektrat, in dem Vertreter der Initiativen, der Parteien, der Bezirk und die Eigentümerin vertreten sind.

Das PlanBude Team konzipierte innovative Planungsmethoden und Beteiligungsformate, um eine breite Partizipation zu gewährleisten. Die breite Palette an Zugängen zum Planungsprozess reichte von Haustürgesprächen, Fragebögen, einem vor Ort installierten Planungscontainer, bis zu anregenden, künstlerischen und anspruchsvollen Tools wie das Knetmodell, das Legomodell, Nachtkarten, Lesungen und Workshops in den umliegenden Kneipen, Lokalen, sozialen Einrichtungen und Kaschemmen.

Über 2300 Beiträge sind in der PlanBude eingegangen. Das Team hat alle Ideen, Zeichnungen und Modelle archiviert, ausgewertet, interpretiert und übersetzt: In funktionale, soziale und bauliche Ansprüche an den Neubau. Auf dieser Basis wurde zwischen PlanBude, Bezirk, Eigentümer Bayerische Hausbau ein Eckpunkt-Papier verhandelt und der gemeinsame Auslobungstext für den Neubau formuliert wie zB. keine Eigentumswohnungen, sondern teils Miet- und teils staatlich geförderte Wohnungen, 2.500m2 „Subkultur und Innovationscluster“, interessante Dachnutzungen wie Skateboardbahn, Kletterwand, Spielplatz und Erholungsflächen für die Mieter etc.

Aus dieser Essenz ist auch der St. Pauli Code entstanden – 7 Punkte, die die Qualitäten und das Lebensgefühl rund um die Reeperbahn beschreiben und auch der zukünftigen Stadtentwicklung die Richtung weisen sollen.

Der städtebauliche Wettbewerb wurde im September 2015 von einer 17 köpfigen Jury entschieden. Der Entwurf der Architektenbüros NL (Amsterdam) und BeL (Köln) ist zum Sieger ernannt worden.

Krefeld „SAMTWEBERVIERTEL”
Im Jahr 2013 ist die Montag Stiftung Urbane Räume mit Unterstützung von NRW.Urban auf das Objekt der Alten Samtweberei und den gesamten Stadtteil aufmerksam geworden. Seit 2007 die Verwaltung ausgezogen ist, haben die ehemaligen Produktions- und Verwaltungsbauten leergestanden. Hier hat man eine gute Möglichkeit gesehen, um die Projektidee „Initialkapital“ umzusetzen und gemeinsam mit der Stadt Krefeld ein Handlungsprogramm „Zukunft für das Samtweberviertl“ erstellt.

Das Projekt „Nachbarschaft Samtweberviertel“ in der Krefelder Südstadt kombiniert die Revitalisierung einer großen, leerstehenden Immobilie mit der gezielten Förderung von Gemeinwesenarbeit und zivilgesellschaftlich getragener Quartiersentwicklung.

Inzwischen sind die ersten Gebäude der ehemaligen Samtweberei umgebaut und von neuen NutzerInnen bezogen, die derzeit pro Jahr rund 1200 Stunden gemeinnützige Arbeit für das Viertel erbringen. Bis 2017 werden alle weiteren Gebäude Schritt für Schritt entwickelt und umgebaut. Es entsteht ein neuer Stadtbaustein aus Wohnen, Arbeiten und verschiedenen öffentlichen Nutzungen unter starker Einbindung der BewohnerInnen des Viertels.

Im Pionierhaus sind 5 Etagen neu belebt worden – hier arbeiten auf 1000m2 Fläche über 60 Leute. Das können sowohl handwerkliche und gestalterische Tätigkeiten, als auch Kunstaktionen, Patenschaften oder auch Beratungen unterschiedlichster Projekte oder Initiativen sein. Es ist auch der Sitz der gemeinnützigen Projektgesellschaft Urbane Nachbarschaft Samtweberei.

Das Torhaus bietet weitere 630m2 Bürofläche als Erweiterung des Pionierhauses, vom 210m2 Großraumbüro hin zu kleineren Einzelbüros. Im Erdgeschoß wird es ab Sommer 2017 ein „Nachbarschaftswohnzimmer“ mit einem großen Mehrzweckraum und Außenterrasse geben. Es soll offener Begegnungsraum für Gruppen und Initiativen des Viertels werden sowie als ruhiger Arbeitsort und als Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen.

Im historischen Kern der ehemaligen Samt- und Seidenweberfabrik enstehen 37 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe. Gute Nachbarschaft und besondere Wohnqualitäten sollen durch die frühzeitige Einbindung der zukünftigen BewohnerInnen in die Planung gesichert werden. Das Gebäude oder Teile davon werden daher von den späteren MieterInnen mitentwickelt. Es ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt entstanden, wo die zukünftigen Nachbarn sich von Anfang an kennen. Gemeinschaftlich nutzbare Räume und Freiflächen stehen zur Verfügung und die spätere Selbstorganisation bei der Pflege und Nutzung durch einen Bewohnerverein o.ä. sind perspektivisch geplant.

Ab 2017 soll auch der Innenbereich der noch geschlossenen Fabrik für die Nachbarschaft eröffnet werden. Hier findet sich ein großes Areal von ca 3.500m2 großen Fabrikhallen mit ihren charakteristischen Sheddächern – ein großer überdachter Freiraum für Ideen und nachbarschaftliche Nutzung. Es soll eine gemeinschaftlich zu nutzende Fläche für die Anlieger und für das Samtweberviertel geöffnet werden, ein Möglichkeitsraum für Projekte und Aktivitäten aus dem Stadtteil, zB. Sport und Spiel für Kinder und Jugendliche oder für eingestellte Selbstbauwerkstatt. Für einige Sonderereignisse im Jahr könnte die Halle auch als Festplatz genutzt werden. Im rückwertigen Bereich entsteht ein geschützter Gemeinschaftsgarten für Stadtteil- oder Bewohnerinitiativen.